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Johann Weikhard Valvasor (1641-1693):
"Die Ehre des Hertzogthums Crain"
Nürnberg, 1689

Johann Weikhard Valvasor - or Janez Vajkard Valvasor, as he is known in his native country - was born in Ljubljana on the 28th of May, 1641. He was the twelfth of seventeen children. The main residence of the Valvasor family was their own Castle Medija, but they also had a house in Ljubljana. At seventeen, Valvasor graduated but instead of finishing his studies he went on a long journey. After 14 years he returned home. There he got married and became the owner of Bogensperk Castle. In his new home he started writing and publishing his books. He also was a collector of books, coins, minerals, and other things. Apart from his library he had an enormous collection of prints. Towards the end of his life he had become a well respected scientist and he was made a member of the Royal Society in London. Valvasor was not tight with his money. If one of his friends showed an interest in some of the rare and valuable coins from his collection, he simply gave them away. And in 1683, when the Turkish troops were about to invade Vienna, he hired a number of soldiers, paid for their weapons and other gear, and rode with them to Vienna. Things like that obviously cost a lot of money. So in 1690 he was forced to sell his magnificent library. Valvasor, no longer a rich man, died in September 1693 in Gurkfeld.

Krinck:

      "Der Marckt Krinck (Crainerisch Kringa, und in Italiaenischer Sprache Coridigo, in Lateinischer Coriticum) findet sich in Isterreich siebenzehen Meilen von Laybach und ein Meilwegs von der Stadt Mitterburg in einer guten fruchtbaren Gegend. Denn obgleich der Grund und Bodem steinigt ist: wird er nichts desto weniger mit zwischen-ligenden schoenen Aeckern gebauten Feldern und Weingaerten unterschieden. So ist auch nechst dabey ein Wald. Allein um das Wasser steht es bey truckner Zeit schlecht. Und hat man allezeit an diesem Ort mehr Weins als Wassers. Denn obschon nechst dabey eine Brunnquelle fliesst: rinnt dieselbe doch viel sparsamer als der Zapfen eines Weinfasses.

Dieser Marckt ist vormals in ungleich besserm Stande gewest mit einer Ringmaur umguertet dazu mit Thuernen geruestet und mit vielen Haeusern besetzt: wie solches noch heutiges Tages die Rudera ( Schutt- und Verfallungs-Haussen ) zu erkennen geben. Nunmehr ist die Zahl so wol der Gebaeue als der Einwohner um ein Gutes geringer worden, und anjetzo dieser Marckt nicht gar volckreich. Es gehoert derselbe unter die Grafschafft Mitterburg und ist dem Fuersten von Aursperg Herrn Ferdinand als seinem jetzigen Herrn unterworffen.

Im 1672ten Jahr hat dieses Orts sich ein abentheurlicher Fall begeben nemlich dass man einen begrabenen todten Koerper eines Manns welcher Georg (oder Giure) Grando geheissen ausgegraben und mit besondren Ceremonien demselben den Kopf abgehauen : auf das man moegte Ruhe fuer ihm haben. Weil ich dann oben im VI Buch dieses Wercks im X Capitel von dieser Begebenheit schon einigen Bericht gegeben und versprochen allhie bey Beschreibung des Marckts Krinck den Handel voelliger zu erzaehlen : will ich anjetzso umstaendlicher denselben beschreiben.

Nachdem besagter Mann vor sechszehen Jahren verschieden und mit gewoehnlichen Leichgebraeuchen Christ ueblich eingeerdigt worden; hat man ihn nach seiner Begraebniss bey der Nacht gesehen herumgehen in diesem Marckt Krinck. Und ist er zwar anfaenglich dem Pater Georgio, einem Muenchen S. Pauli des Ersten Eremitens, erschienen welcher ihn begraben und die Messe verrichtet hatte. Denn als jetzt benannter Pater, mit des Begrabenen Befreundten zu der Witwen ins Haus gegangen und nach allda eingenommener Mahlzeit vom Essen aufstehend wieder heimgehen wollte; sahe er den Verstorbenen hinter der Thuer sitzen: und ging gantz erschrocken davon.

Hernach ist dieser Begrabene offt ihrer Vielen erschienen bey naechtlicher Weile da er auf der Gassen hin und wieder gegangen und, bald hie bald da, an die Hausthuere geschlagen: und seynd unterschiedliche Leute darueber gestorben; zumal aus solchen Haeusern da er hat angeklopffet. Denn vor welchem Hause er angeschlagen daraus ist bald darauf Einer mit Tode abgegangen.

Er hat auch bey seiner hinterlassenen Witwen sich eingefunden und dieselbe wuercklich beschlaffen. Welche aber weil sie einen Abscheu vor ihm getragen endlich zu dem Suppan (oder Marckt-Schultzen) Miho Radetich, hingeloffen auch bey ihm verblieben und gebeten er wollte ihr doch wider ihren verstorben Mann Huelffe verschaffen.

Der Suppan bittet deswegen etliche behertzte Nachbarn zu sich, gibt ihnen zu sauffen, und spricht ihnen zu sie sollen ihm Beystand leisten dass solchem Ubel moege abgeholffen werden: weil dieser Georg oder Giure Grando, allbereit viele Ihrer Nachbarn gefressen hette dazu die Witwe alle Naechte ueberwaeltigte und beschlieffe.

Worauf sie sich entschlossen den unruhigen Nachtgaenger anzugreiffen und ihm das Handwerck zu legen. Diesem nach haben sich ihrer neune aufgemacht mit zweyen Windlichtern und einem Crucifix und das Grab geoeffnet. Da sie denn dess entdeckten todten Koerpers Angesicht schoen roth gefunden: Welcher sie auch angelacht und das Maul aufgethan. Worueber diese streitbare Gespenst-Bezwinger dermassen erschrocken dass sie alle mit einander davon geloffen.

Solches kraenckte den Supan dass ihrer neune Lebendige mit einem einigen Todten nicht sollten zu recht kommen koennen sondern fuer einem blossen Anblick desselben zu fluechtigen Hasen wuerden: Derhalben sprach er ihnen zu und frischte sie an dass sie mit ihm wieder umkehrten zum Grabe und ihm einen geschaerfften Pfal von Hagedorn durch den Bauch zu schlagen sich bemueheten: welcher Pfahl allemal wieder zurueck geprellt.

Indessen hat der Supan gleichsam einen Geistlicher gepresentirt das Crucifix dem Todten vors Gesicht gehalten und ihn also angeredt: Schau! du Strigon! (also werden solche unruhige Todten in Histerreich genannt) Hier ist Jesus Christus! der uns von der Hellen erloeset hat und fuer uns gestorben ist! Und du Strigon kannst keine Ruhe haben. Und was dergleichen Worte mehr gewesen so dieser unzeitiger Exorcist oder Todten-Redner daher gemacht. Indessen seynd dem Gespenst die Zaehren aus den Augen hervor gedrungen.

Weil aber der Pfal nicht durch den Leib getrieben werden koennen; so hat Einer zu Mehrenfels wohnhaffter namens Micolo Nyena, von weitem angefangen mit einer Hacken den Kopff abzuhacken. Aber weil er allzu furchtsam und verzagt damit umgegangen; ist ein Andrer der mehr Hertzens gehabt, nemlich der Stipan Milasich, hinzugesprungen und hat den Kopff weggehaut. Worauf der Todte ein Geschrey gethan und sich gewunden nicht anderst als ob er lebendig waere auch das Grab volgeblutet. Nach solcher Verrichtung haben die erbare Herren Executores das Grab wieder zugemacht und sich heim verfuegt. Von welcher Zeit an das Weib und andere Leute Ruhe fuer ihm gehabt.

An der Gewissheit dieses Verlaufs hasstet kein Zweifel: denn ich habe Selbst mit Personen geredet die mit dabey gewesen.

Es ist dieses in Isterreich und daherum gar gemein dass sie also die Todten wann sie nicht ruhen wollen sondern bey Nacht herum schweiffen und die Leute angreiffen, ausgraben und ihnen einen Pfahl von Dornholtz (oder Hagedorn) durch den Leib schlagen. Massen dann noch vor wenig Jahren auch in einem unweit von hier ligendem Venetianischem Dorff, wie mir eine gewisse fuernehme Hand zugeschrieben, dergleichen geschehen, das man dem Todten also einen Pfahl durch den Leib gestossen.

Aber wann die Obrigkeit solches erfaehrt werden sie darueber hart gestrafft; und zwar billig: denn es ist dess Teufels Werck der die Leute also aefft und blendet und dadurch zu aberglaubischen Mitteln bewegt. Hieher dienet die Rede Francisci Torreblancae: - Apparitiones & Resurrectiones Mortuorum, quas vobis daemones & magi obtrudunt, non sunt animae, sed spectra & phantasmata &c. - Wiewol ich solches nicht durchgehends auf allerley Erscheinnungen gedeutet haben will."

[ Volume XI , p. 317-319 ]

X. Capittel:

      "Im 1672ten Jahr hat man gleichfalls / zu Khring in Isterreich / dem begrabenen Leichnam dess Giure Grando einen Pfahl durch den Leib zu treiben / sich bemühet; weil aber der Pfahl in den Leib nicht hineindringen wollen / ihm den Kopff abgeschnitten. Solches verwegenen Stückleins haben sich Ihrer Etliche unterfangen: nemlich der Micolo Nyena, der Stipan Milasich, der Miho Radetich, Mattio Chericatin, Nicolo Macina, Jure Macina, Juira Sorsich, Martino Udoreicich, und Micula Crairaer. Dem ersten aber ist das Hertz entfallen / also / dass er / den todten Körper anzugreiffen / allzu verzagt worden. Worauf sich der Andre drüber hergemacht / und den Kopff herabgeschnitten; und der Dritte das Kruzifix dabey gehalten. Wie dann diese alle drey noch am Leben seynd. Wovon wir unten / in dem Buch / darinn von den Crainerischen Städten / gehandelt wird / einen umständlichern Bericht / bey Beschreibung dess Marckts Kreinck / thun wollen: weil sich unterschiedliche sehr merckwürdige Sachen dabey ereignet haben / die wir allhie auslassen / und an diesem Ort nur den Handel bloss berühren.".

[ Volume VI , p. 335 ]

Special Thanks to Roman Pavlin and Maria Bidovec for making this material available.
Comments and page © 2009 by Rob Brautigam - NL - Last changes 14 February 2009
"Johann Weikhard Valvasor" - illustration based on an old print from my collection
Photo "Kensal Green Cemetery - London" © 1979 by Rob Brautigam

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